Video – Der Tag, an dem der 18-jährige Nadal Roddick dominierte und die Tenniswelt im Davis Cup erzittern ließ
Am 3. Dezember 2004 in Sevilla, unter den gleißenden Scheinwerfern des Olympiastadions, vibriert, tobt und brennt eine rote Flut. Mitten in diesem spanischen Vulkan: ein Teenager im ärmellosen Tanktop und mit einem stirnfesten Bandana. Er heißt Rafael Nadal. Er ist erst 18 Jahre alt. Doch an diesem Abend wird er den Riesen Andy Roddick, die Nummer 2 der Welt, ins Wanken bringen – in einem Match, das in die Tennislegende eingehen sollte…
Vor 27.000 Zuschauern und in einer Atmosphäre wie bei einem Fußballspiel betritt Nadal den Court wie ein Stier, der in die Arena entlassen wird. Ihm gegenüber steht Andy Roddick, verklärt von seinem US-Open-Titel 2003, der glaubt, es mit einem vielversprechenden Jungspund zu tun zu haben. Er wird feststellen, dass es in Wirklichkeit einer der künftigen Großen dieses Sports war.
Eine nie dagewesene Intensität für einen Teenager
Nadal spielt nicht, er verschlingt seinen Gegner geradezu. Roddick, obwohl berühmt für sein Aufschlaggeschoss von über 220 km/h, wird von der halluzinierenden Spielfeldabdeckung des jungen Mallorquiners erdrückt. Nadals Verteidigung grenzt an Unanständigkeit, sein Einsatz ist animalisch.
In einem Interview Jahre später blickte Roddick schonungslos auf dieses Match zurück: „Er hat mich zerstört. Ich spürte, dass etwas Unnormales passierte. Er rannte überallhin, gab nichts her. Es war fast unwirklich.“
An jenem Tag setzt sich Nadal in drei trockenen Sätzen durch (6-7, 6-2, 7-6, 6-2) und sichert Spanien einen entscheidenden Punkt, der später zum Davis-Cup-Sieg führen wird.
Dieses Match markiert den wahren Wendepunkt in Rafael Nadals Karriere. Spanien adoptiert ihn als seinen Helden, die Tenniswelt entdeckt eine rohe Kraft, eine außergewöhnliche Mentalität, einen Siegeshunger, wie man ihn bei einem so jungen Spieler noch nie gesehen hat. Einige Monate später, 2005, wird er sein erstes Roland Garros gewinnen… und der Rest gehört zur Geschichte.