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Was ist aus den letzten Gewinnern der ATP Next Gen Finals geworden?

Acht Jahre nach ihrer Gründung faszinieren die ATP Next Gen Finals weiterhin: Labor der Zukunft oder schonungsloser Spiegel der absoluten Weltspitze? Ein Rückblick auf die Karrieren aller ihrer Champions.
Was ist aus den letzten Gewinnern der ATP Next Gen Finals geworden?
© AFP
Arthur Millot
le 22/12/2025 à 08h56
3 min zu lesen

Seit 2017 sind die ATP Next Gen Finals nicht nur ein einfaches Ausstellungsturnier für junge Talente. Sie sind zu einem echten Barometer für die Zukunft des Welttennis geworden.

Nach dem Triumph von Learner Tien in Dschidda stellt sich eine Frage: Was ist ein Titel bei den Next Gen Finals wirklich wert? Die Geschichte liefert bereits einige Antworten.

2017 – Hyeon Chung, das verblassende Wunderkind

Als erster Sieger der Geschichte verkörperte Hyeon Chung die strahlende Zukunft des asiatischen Tennis. Mit seinem Sieg über Andrey Rublev im Finale und der Ausschaltung von Medvedev hatte der Koreaner einen starken Eindruck hinterlassen.

Darüber hinaus schien sein monumentaler Sieg gegen Novak Djokovic bei den Australian Open 2018 die offensichtliche Tatsache zu bestätigen: Ein zukünftiger Topspieler war geboren.

Aber Tennis kann manchmal grausam sein. Verletzungen stoppten seinen Aufstieg abrupt und ließen ihn aus den Top 300 fallen. Mit 29 Jahren bleibt Chung das markanteste Beispiel für ein immenses Talent, das sein Körper nie vollständig ausdrücken ließ.

2018 – Stefanos Tsitsipas, vom Gipfel zum Zweifel

Als strahlender Sieger gegen Alex De Minaur hat Tsitsipas den Erfolg wie nur wenige andere umgesetzt. Als Weltranglistendritter, Sieger der ATP Finals und Finalist bei einem Grand-Slam-Turnier verkörperte der Grieche lange Zeit eine glaubwürdige Opposition zum Big Three.

Doch heute ist der Kontrast frappierend. Außerhalb der Top 30 platziert, mit internen Spannungen und Vertrauensverlust kämpfend, durchlebt Tsitsipas die schwierigste Phase seiner Karriere.

2019 – Jannik Sinner, die Gewinnmaschine

Von Anfang an strahlte Jannik Sinner Souveränität aus. Sein Triumph gegen De Minaur war nur ein Vorspiel. Denn einige Jahre später ist der Italiener zu einem der dominanten Gesichter des Welttennis geworden.

Vier Grand-Slam-Titel, eine Zeit als Weltranglistenerster – Sinner verkörpert den vollständigen Erfolg.

2021 – Carlos Alcaraz, die Vorboten einer großen Karriere

Gegen Korda markierten die Next Gen Finals 2021 für viele einen Wendepunkt in Alcaraz' Karriere.

Heute ist das spanische Wunderkind die Nummer eins der Welt und mehrfacher Grand-Slam-Sieger.

2022 – Brandon Nakashima, der solide aber unauffällige Außenseiter

Als Überraschung seiner Ausgabe bewies Nakashima, dass sich Talent auch ohne Rampenlicht ausdrücken kann. Mit einem effektiven Spiel hat sich der Amerikaner dauerhaft in den Top 40 etabliert.

Doch trotz seiner Beständigkeit lässt der Durchbruch bei den ganz großen Turnieren auf sich warten. Mit 24 Jahren bleibt er ein gefährlicher Spieler, aber noch auf der Suche nach diesem entscheidenden Moment, der eine Karriere verändert.

2023 – Hamad Medjedovic, das Feuer und die Zweifel

Der Serbe beeindruckte durch seine Kraft und Mentalität bei seinem Triumph. Aber das allerhöchste Niveau verzeiht nichts.

Körperliche Probleme, mangelnde Konstanz, Schwierigkeiten, Erfolge zu wiederholen – Medjedovic schwankt noch zwischen Versprechen und Frustration.

Mit 22 Jahren ist alles möglich. Aber sein Werdegang erinnert daran, dass rohes Talent ohne Kontinuität niemals ausreicht.

2024 – João Fonseca, der neue weltweite Wahnsinn

Er ist vielleicht der Name, der heute am meisten träumen lässt. Mit nur 19 Jahren hat João Fonseca das Publikum und die Tour erobert.

Bereits mit Titeln bei ATP-250- und ATP-500-Turnieren und etabliert in den Top 25 verkörpert der Brasilianer die neue Welle des Welttennis.

Kraftvoll und ehrgeizig: Fonseca scheint alle Trümpfe in der Hand zu haben, um das Jahrzehnt zu prägen. Und sein Titel bei den Next Gen Finals erscheint bereits als Beginn einer großen Geschichte.

Die ATP Next Gen Finals: Sprungbrett oder schonungsloser Enthüller?

Acht Champions, acht unterschiedliche Wege, aber eine Gewissheit: Der Sieg bei den Next Gen Finals garantiert nichts.

Die mentale Stärke, die physische Verfassung, das Umfeld und die Fähigkeit, sich weiterzuentwickeln, bestimmen anschließend den weiteren Verlauf.

Sources
Hyeon Chung
393e, 120 points
Stefanos Tsitsipas
32e, 1445 points
Jannik Sinner
2e, 10300 points
Carlos Alcaraz
1e, 13150 points
Brandon Nakashima
29e, 1535 points
Hamad Medjedovic
79e, 717 points
Joao Fonseca
33e, 1440 points
Learner Tien
23e, 1710 points
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