„Das war eher ein Autounfall als eine Tennisverletzung“: J.J. Wolfs erschütterndes Zeugnis
Nach einer schweren Schulterverletzung verbrachte J.J. Wolf fast ein Jahr fern der Tennisplätze. Der Amerikaner erzählt von einer Zeit, in der selbst die einfachsten Alltagsbewegungen zur Qual wurden.
J.J. Wolf (Weltranglisten-246.) durchlebte nach einer schweren Schulterverletzung eine besonders schwierige Zeit.
Bei den Qualifikationen des ATP-250-Turniers in Delray Beach hatte sich der Amerikaner die Schulter ausgekugelt und dabei einen Labrumsriss sowie drei Frakturen erlitten.
Ein wahrer Albtraum, der ihn fast ein Jahr lang vom Tennis fernhielt und auch sein tägliches Leben komplett durcheinanderbrachte.
„Das war eher ein Autounfall als eine Tennisverletzung.
Ich durfte nur fünf Minuten pro Tag auf dem Laufband gehen, und das tat mir höllisch weh. Meine Schulter bewegte sich weiter, obwohl die Schrauben noch drin waren.
Fünf Minuten Gehen auf dem Laufband mit dem Arm in einer Bandage hält einen natürlich nicht fit. So schlecht wie damals war ich in meinem Leben noch nie in Form.
Deshalb musste ich bei null anfangen, als ich mich endlich wieder bewegen konnte“, erzählte der Amerikaner der ATP.
„Ich brauchte jemanden, der mich aus dem Bett holt“
Über seine Abwesenheit vom Platz hinaus stand Wolf vor allem vor einem totalen Verlust seiner Selbstständigkeit. Die einfachsten Alltagsbewegungen waren zu echten Prüfungen geworden.
„Nicht in der Lage zu sein, sich die Haare zu waschen oder irgendetwas in der Art zu machen... Wenn du schlecht schläfst, kannst du nicht aus dem Bett aufstehen. Ich brauchte jemanden, der mich aus dem Bett holt. Du verlierst alles“, erklärte er.
Seit seinem Comeback im Februar hat Wolf nach und nach wieder seinen Rhythmus gefunden.
Im August gewann er unter anderem das Challenger-Turnier in Vancouver, qualifizierte sich anschließend für das Masters-1000-Turnier in Cincinnati und nahm Alexander Bublik in der ersten Runde der US Open sogar einen Satz ab.
Der ehemalige Weltranglisten-39. versucht nun, zu seinem besten Niveau zurückzufinden. Die lange Zeit abseits des Tennis hat ihm auch ermöglicht, auf seine Karriere zurückzublicken.
„Ich will meine Grenze finden. Ich will an einen Punkt gelangen, an dem ich das Gefühl habe, auf einem Tennisplatz alles über mich selbst verstanden zu haben und darauf stolz sein zu können“, so sein Fazit.